Ökumenische Einkehrzeit vom 5. bis 12. August 2017

Jesus Christus Pantokrator
Beim Rundgespräch 2016 ...
... mit Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz ...
... und P. Johannes

Zugänge zu Jesus Christus

Herr, zu wem sollen wir gehen?
Du hast Worte des ewigen Lebens.
Wir sind zum Glauben gekommen und haben erkannt:
Du bist der Heilige Gottes.
(Joh 6,68f)

Zentrum des Christentums ist eine Person: Jesus Christus – „in keinem anderen ist das Heil zu finden“ (Apg 4,12). Er wird traditionell geglaubt als Gottes eingeborener Sohn, als zweite Hypostase der Göttlichen Trinität, als Schöpfungsmittler und Retter, wahrer Mensch und wahrer Gott. Er erschließt uns Gott-Vater und sein Reich.

Doch dieser Glaube scheint heute kaum mehr vermittelbar. Selbst für manche Christen sind es wenig mehr als Begriffshülsen. Eher betrachtet man Jesus als eine Art Vorbild. Abstrakte Lehrsätze überzeugen nicht mehr, wenn sie nicht durch glaubhafte Vorbilder bezeugt oder durch eigene Erfahrung (zumindest anfanghaft) eingeholt werden können. Gerade hier haben die christlichen Konfessionen ganzheitliche Zugänge zu Christus überliefert und weiter erschlossen, die heute jedoch im Westen zum Großteil nicht (mehr) im Bewusstsein sind.

Den Zugang über sein Wort, die Heilige Schrift, haben alle Christentümer intensiv gesucht, wobei durch die Zeiten bis heute immer wieder fruchtbare Wege beschritten wurden (Meditation, Lectio divina, Bibliodrama etc.). Verbindend und doch individuell akzentuiert ist in Ost und West der sakramentale und liturgische Zugang. Für die Ostkirchen sind dabei auch die Gegenwart und die Begegnung mit Christus in den Ikonen und in seinem Namen im Jesusgebet wichtig. Im Westen haben sich ebenfalls reiche Traditionen der inneren Christusverbundenheit gebildet (deutsche und spanische Mystik, Devotio moderna etc.). Die Reformation betonte gegen ein legalistisches Glaubensverständnis neu den Zugang zu Christus durch das Kerygma der Predigt. In der Neuzeit wurde die tätige Nächstenliebe als Christuszugang wieder stark akzentuiert – nach seinem Wort: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ (Mt 25,40) Zahlreiche caritative Gemeinschaften, wie etwa die der weltweit bekannten Mutter Teresa von Kalkutta, aber auch unzählige Christen im Alltag geben davon beeindruckend Zeugnis.

Die spezifischen Zugänge der Konfessionen zu Christus können sich gegenseitig bereichern und bieten auch Gelegenheit zur spirituellen Vertiefung des Reformationsjubiläums 2017, das ja als Christusfest gefeiert werden soll.

Bei unserer Ökumenischen Einkehrzeit mit Vorträgen, Seminaren, Rundgesprächen und Übungen werden zentrale Themen des Lebens und der Kirche mehr meditierend als diskutierend theologisch bedacht – im Rahmen liturgischer Feiern der römischen, der byzantinischen und der evangelisch-lutherischen Tradition.

Vorträge

  • Prof. Dr. Isidor Baumgartner, Passau
    Caritas – der Nächste als Zugang zu Christus
  • Abt Dr. Marianus Bieber OSB, Niederaltaich
    "Christus ist seiner Kirche immerdar gegenwärtig, besonders in den liturgischen Handlungen" (Vat. II) – Gedanken zur kultischen Erfahrung des Heiligen
  • Prof. Dr. Martin Hailer, Heidelberg
    Gottes Präsenz in Gottes Wort.
    Evangelische Predigtlehre in ökumenischer Verantwortung
  • Pater Johannes Hauck OSB, Niederaltaich
    Ikonen – Blick in Christus, Gott
  • Prof. Dr. Dr. Erwin Möde, Eichstätt
    Christus-Nachfolge: Die „zweifache“ Berufung des Simon Petrus.
    Ein psycho-spiritueller Ansatz
  • Prof. Dr. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz, Heiligenkreuz bei Wien
    Christus und der neue Mensch.
    Der Gewinn von Romano Guardinis Verständnis des "Herrn"

Seminare

  • Pater Johannes Hauck OSB, Niederaltaich
    Lectio divina – Christus begegnen in Seinem WORT
  • Pater Ambrosius Obermeier OSB, Niederaltaich
    1.) Energien und Personalität - Christologie bei Gregorios Palamas
    2.) Logos-Christologie bei Maximos Confessor
  • Carol Lupu, Niederaltaich
    Übungen zum Jesusgebet
    Jesus im Film – ein künstlerischer Zugang über ein (relativ) neues Medium

Meditationen

  • P. Basilius Welscher OSB

Film


>> das ausführliche Programm (pdf-Flyer) in Kürze hier!