Den Festtag des Hl. Benedikt gestalteten Abt Marianus und Mönche der Abtei als Akademietag für die 87 Schüler der 11. Jahrgangsstufe des St.-Gotthard-Gymnasiums.

Ungewöhnlich begann für die Oberstufenschüler der Tag in der ersten Unterrichtsstunde in den Speisesälen des Klosters mit einem Frühstück. Auch die zweite „Stunde“ verlief anders als gewohnt: Abt Marianus referierte über den Hl. Benedikt und Verbindungslinien zum Leben heutiger Jugendlicher. „Nehmt euch immer wieder eine Auszeit, eine Zeit, in der ihr in euch selber hineinhorchen könnt, um eurem Leben auf der Spur zu bleiben, so wie sich auch Benedikt immer wieder in die Stille zurückgezogen hat“. Er appellierte an die jungen Zuhörer, den Sinn des Lebens nicht außer acht zu lassen.

Schulleiter Gerhard Gilch hatte sich ebenfalls für die „Unterrichtsstunde“ bei Abt Marianus Zeit genommen. Auch Gilch wandte sich in kurzen Worten an die Schüler und blickte dabei zurück auf die eigene Jugendzeit. „Das erste Gefühlt von Freiheit war, als wir uns als Internatsschüler ein Transistorradio kauften. Die heutige Jugend scheint mit den Medien immer grenzenloser und freier zu werden. Doch passt auf, dass diese Freiheit in Wirklichkeit nicht zu Zwang und Abhängigkeit führt.“

Bei der Auswahl der Workshops drängten sich die Schüler um die Eintragslisten. Frater Johannes verdeutlichte in seinem Workshop, wie sinnvolles Leben nach Benedikt gelingen kann. Immer wieder tauchten Fragen der Schüler zur Lebensgestaltung der Mönche auf, die der junge Benediktiner geduldig beantwortete. „Erkundung des Kirchenraumes“ war das Motto des Workshops von Frater Elija. Die Schüler erhielten einen vertieften Einblick sowohl in die Basilika der Benediktinerabtei wie auch in die Sakristei und den sich anschließenden Kreuzgang. Pater Romanos erklärte die Sichtweise der Liturgie in den Augen Benedikts. „Oft fragen mich Leute“, erzählte der Mönch, „welche Aufgabe wir Mönche denn im Kloster hätten. Ich sag dann immer: Beten. Die Besucher sind oft irritiert und meinten: Nein, was wir denn arbeiten würden. Ich sag dann wieder: Beten.“ Die Bedeutung des Gebetes und der Liturgie als Mitte des Klosterlebens versuchte Pater Romanos den Schülern zu verdeutlichen.

Der Hunger war groß, als die Gymnasiasten zum Mittagessen ins Kloster eingeladen waren. Bei der anschließenden Mittagshore in der Basilika zusammen mit den Mönchen der Abtei wurde die „wichtigste Arbeit“ der Mönche deutlich und durch absolute Stille seitens der Schüler gewürdigt. Vielleicht erahnten die Schüler in diesem Moment die Bedeutung des Gebets im Leben des Menschen und die Wichtigkeit des Innehaltens und der Stille, so wie es Abt Marianus ihnen am Vormittag erklärt hatte. „Ein absolut gelungener und interessanter Vormittag“ resümierte Franziska Schmid und ihre Freundinnen stimmten ihr zu – bevor es wieder zum „planmäßigen Unterricht“ ging.