Ein Jahr nach dem "Jahrhundert-Hochwasser"

Das überflutete Gymnasium 2013
Der Wasserstand ist an den Fenstern noch immer zu sehen
Die sanierte Bibliothek
Baustelle bei der Schule ...
... zum Neubau des Physiktrakts
... zwischen Fahrradhalle und Hauptgebäude
Arbeiten an den Fundamenten
Container als Ersatzklassenzimmer

In der Woche vor Pfingsten war es genau ein Jahr, dass nach wochenlangen Regenfällen die Donau ihr Flußbett verlassen und unter anderem hier in Niederaltaich große Schäden angerichtet hat. Wenn auch das Wasser bald abgepumpt war und die Trocknung beginnen konnte, steht uns im Kloster der weitaus größere Teil der Sanierungsarbeiten erst noch bevor.

Die Schadensbilder in den einzelnen Gebäuden sind nach vielen Begehungen und Untersuchungen durch Fachgutachter inzwischen einigermaßen klar. Insgesamt sind die Schäden viel tiefgreifender, als zunächst gedacht. So hat zum Beispiel das wenige Hydrauliköl unserer Aufzugsanlagen im Untergeschoß des Gäste- und Tagungshauses große Schäden durch Mineralöl hervorgerufen.

Jetzt heißt es für die betroffenen Gebäude je die bestmöglichen aber auch wirtschaftlich vertretbaren Sanierungsmöglichkeiten zu finden und durchzuführen. Das bedarf sehr vieler Überlegungen und Gespräche, kostet Zeit und braucht Geduld. Unsere Investitionen an Arbeit und Finanzmitteln sollen ja sinnvoll sein, nicht zuletzt im Blick auf die Gefahr möglicher weiterer Überschwemmungen in der Zukunft.  

Es gibt aber auch schon einige abgeschlossene Maßnahmen:

  • Die Hackschnitzelheizung funktioniert seit langem wieder. Hier sind nur noch ein paar Kleinigkeiten zu tun.
  • In der Bibliothek sind die Wasserschäden beseitigt; die Bücher sind gereinigt und von Schimmelbefall befreit, ebenso die Wände und das Mobiliar. Alles ist neu gestrichen, so daß die Bibliothek schon seit Wochen gerne und fleißig von unseren Schülern genutzt wird.
  • Die an die Firma Dictum vermietete Kurswerkstatt im ehemaligen Stallgebäude hatte Totalschaden erlitten. Die Firma hatte „Asyl“ in unserer Schreinerei gefunden und dort unter beengten Bedingungen ihre Handwerkskurse angeboten. Wir konnten die Kurswerkstatt in ihrer alten Schönheit wiederherstellen, wobei auch die Mitarbeiter von Dictum und unsere eigenen Handwerker sehr viel leisteten. Zusätzlich wurde sogar eine Drechselwerkstatt eingerichtet und Dictum zur Verfügung gestellt.
  • In unserem Klosterhof war nur kurz und sehr wenig Wasser gestanden. Dennoch hatte die Einrichtung gelitten, und es begann sich Schimmel zu bilden. Bereits während der Betriebsruhe im November konnten alle erforderlichen Maßnahmen zur Sanierung durchgeführt werden. Heuer werden wir im November die Schäden durch Hydrauliköl im Bereich des Aufzuges sanieren.

Am Pfingstdienstag rückten die ersten Baufahrzeuge an, um zwischen Schulgebäude und Fahrradhalle für die im Untergeschoß untergegangenen Physikräume einen Neubau zu erstellen (finanziert durch die Aktion Sternstunden des Bayerischen Rundfunks). Bei der Sanierung des Untergeschosses des Schulgebäudes sind wir immer noch im Planungsstadium. Die baulichen Gegebenheiten sind sehr kompliziert so dass das Vorhaben mit einem großen Aufwand und immensen Kosten verbunden ist. 

Auf unseren Feldern grünt und blüht es; die Feldfrüchte stehen gut im Wuchs. Selbst eine starke Verunreinigung durch Heizöl in einem unserer Äcker war im Herbst bei Bodenproben so gut wie nicht mehr nachweisbar. Die Bodenbakterien hatten in relativ kurzer Zeit ganze Arbeit geleistet und das Öl abgebaut.

Fazit

Manches ist geschafft, deutlich mehr steht uns bevor. Dennoch geht unser Leben seinen gewohnten Lauf, obwohl wir mit etlichen räumlichen Provisorien Vorlieb nehmen müssen. Auf unserem Sportplatz stehen neben den Dusch- und Umkleidecontainern seit einigen Monaten zusätzlich Container für drei Klassenzimmer. Der Schulbetrieb läuft schon das gesamte Schuljahr uneingeschränkt, und die Anmeldezahlen für die neuen Fünftklässler ab dem neuen Schuljahr sind stabil und erfreulich hoch.

So bleibt vor allem eine tiefe Dankbarkeit dafür, daß wir vor sehr real möglichen weitaus größeren Schäden, vor Verletzungen von Menschen und vor Todesfällen bewahrt geblieben sind. Dankbarkeit für vielfältigste Hilfen und Unterstützung durch den Staat, durch verschiedenste Organisationen und durch viele, viele gute Menschen!

Am 5. Juni feierten Dorf und Kloster unsere Abendmesse als feierlichen Gottesdienst im Gedenken an die Flut. Anschließend hatten bürgerliche Gemeinde und Pfarrei zu einer einfachen Agape vor dem Pfarrheim eingeladen. Sehr viele Niederaltaicher waren gekommen. Es tat gut, Nähe zu spüren, seine Ängste und Sorgen, seine Verletzungen, aber auch seine Dankbarkeit für alle Hilfen und vor allem für erfahrene Bewahrung im Gespräch mit den Mitmenschen und vor Gott auszusprechen. Und so packen wir gemeinsam die vor uns liegenden Aufgaben voll Mut, Hoffnung und Gottvertrauen an!