70-Jähriges des ersten Niederaltaicher Jahrgangs von 1946

Ehemalige der 1. Klasse des Jahres 1946 mit Abt Marianus (r.). Zu diesem ersten Jahrgang der wiedererrichteten Schule gehört auch unser Mitbruder Pater Ratmund Kuhlmann (l.).
Pater Ratmund führte seine ehemaligen Klassenkameraden auch durch die Klosterbibliothek.
Die Ehemaligen mit Partnerinnen
Absolvia 2016 - unsere Abiturienten und Abiturientinnen

Am Tag der Verabschiedung der Absolvia 2016 unserers St.-Gotthard-Gymnasiums, am 24. Juni, trafen sich in Niederaltaich auch 23 Ehemalige, die vor 70 Jahren ihren ersten Schultag am Gymnasium hatten. Damals hieß es noch Lateinschule mit Klosterseminar.

Abt Dr. Marianus Bieber und Schulleiter Johann Lummer begrüßten die Angehörigen der ersten Nachkriegsklasse bei einem kleinen Festakt. In seiner Ansprache erinnerte Abt Marianus an die damaligen Verhältnisse, an eine ganz andere Schule, ein ganz anderes Kloster. Die Schule war gekennzeichnet von Drill und Gehorsam, das Kloster war einerseits viel verschlossener, andererseits aber durch mehrere Mönche im Lehrbetrieb auch präsenter an der Schule.

Dass es die Schule in ihrer heutigen Form überhaupt gibt, ist dem unermüdlichen Engagement des damaligen Priors und späteren Abtes Emanuel Heufelder zu verdanken. Am 12. September 1946 konnte die damals gerade von der amerikanischen Militärregierung genehmigte Lateinschule mit Klosterseminar dem Kultusministerium in München mitteilen, dass am 4. September mit der "1. Klasse, die 48 Schüler zählt, nach einem feierlichen Gottesdienst der Unterricht eröffnet" wurde. 45 Schüler waren im Internat der Schule, dem Klosterseminar, untergebracht, drei gingen als "Externe" nach dem Unterricht nach Hause. Nach sechs Volksschulklassen konnten die Schüler damals in Niederalteich für vier weitere Jahre an der Lateinschule aufgenommen werden und dort die "Mittlere Reife" erwerben. Das Abitur mussten sie noch andernorts machen.

Schulleiter Lummer zeigt auf, wie sehr sich die Schule im Geist von Tradition und Innovation seither verwandelt habe. Wesentliche Schritte waren: Das erste Abitur (1956), Aufnahme von Mädchen und Öffnung für evangelische Schüler (1965), Einführung des neunjährigen Gymnasiums (1967), Gründung der Ganztagsschule (1968) und Einrichtung des sprachlichen Zweigs (1970). Neueste Entwicklungen umfassen die Ausstattung aller Klassenzimmer mit moderner Technik, die Einführung des NTG-Zweigs ab dem Schuljahr 2016/17 und die Erweiterung der Gebäude in den kommenden Jahren.

Der Organisator des Klassentreffens, Dr. Klaus Dengler, schilderte Erfahrungen, die die Buben damals gemacht haben. Mit dem Zug sei er aus Berchtesgaden in Hengersberg angekommen, anschließend gemeinsam mit den anderen Neuankömmlingen auf dem landwirtschaftlichen Anhänger vom Bulldog nach Niederalteich gefahren worden. Die Knaben haben im Internat viele Erfahrungen sammeln dürfen, haben Gemeinschaft kennengelernt und "Güte, Zuneigung, Unterstützung und Hilfe in allen Lebenslagen" erfahren.

Noch zahlreiche Geschichten und Anekdoten aus der Alten Zeit gab es zu erzählen. Der Jahrgang 1946/47 betonte abschließend den tiefen Eindruck des „besonderen Geistes in diesem Hause, der uns immer gefallen hat: Die Gemeinschaft." Sie sei immer noch spürbar.

Zum Abschluss nahmen die Ehemaligen am Festakt zur Überreichung der Abiturzeugnisse teil.