Zum Stand der Hochwassersanierung 2016

Der neue Physiktrakt – dahinter Container als Interim ...
... in 2 Etagen
Das völlig entkernte Untergeschoß unseres Gymnasiums
Auch der frühere Boden, unter dem die Installationen untergebracht war, musste entfernt werden.
Sanierter Tischtennisraum mit 6 Turnierplatten, einem speziellen Bodenaufbau aus Gussasphalt-estrich und Schaumglasplatten

4.6.2016  Seit dem Hochwasser im Deggendorfer Raum sind genau drei Jahre vergangen. Und wieder führen Starkregen zu lokalen Überschwemmungen mit ungeheurem Ausmaß, diesmal sogar mit Todesopfern - um so mehr sind unsere Gedanken bei den Leidtragenden.

Oft werden wir gefragt, ob bei uns alles wieder in Stand gesetzt sei ... - dem ist noch lange nicht so ...
Was sehr bald wieder in Betrieb genommen werden konnte, waren die Hackschnitzelheizung und die Kühlanlagen im Keller des Klostertrakts. In der an Dictum verpachteten Kurswerkstatt wird seit über einem Jahr wieder geschreinert. Das Untergeschoß der Bibliothek ist saniert, die Bücher dort und im Ökumenischen Institut wurden gegen Schimmel behandelt. Im Tischtennisraum unter der Alten Turnhalle schlagen sich unsere Schüler seit März wieder die Bälle um die Ohren.

Die Keller des Klosters, des Gästehauses und des Ökumenischen Instituts sind saniert aber noch nicht möbliert.

Die größte Baustelle bildet unser Gymnasium:
Nach der Überflutung wurde zunächst die zentrale Betriebstechnik im Untergeschoß für den Schulbetrieb instand gesetzt. Für die weggefallenen Unterrichtsräume errichteten wir Container. Für die zerstörten Physikräume finanzierte die Aktion Sternstunden des Bayerischen Rundfunks einen großzügigen Neubau, in dem seit Frühjahr 2015 experimentiert und geforscht werden kann.

Je weiter man in den parallel laufenden Schadensuntersuchungen kam, umso mehr zeigte sich das tatsächliche Ausmaß des Schadens. Ende 2014 erfolgte die Entkernung des Untergeschosses. Dabei traten weitere Schäden zutage. Immer mehr machte sich die Überzeugung breit, dass eine sinnvolle, nachhaltige Sanierung nicht oder nur unter immensen finanziellen Anstrengungen möglich sein würde. V.a. eine funktionierende Abdichtung der Bausubstanz wäre wohl kaum möglich, so dass schon bei niedrigeren Hochwassern mit einem Eindringen von Grundwasser zu rechnen wäre.

Nach neuen, monatelangen Überlegungen, Klärungen, Verhandlungen und Besprechungen mit Planern, der Regierung von Niederbayern, der Obersten Baubehörde in München, dem Ministerium und Politikern zeigte sich kurz vor Weihnachten 2015, dass aufgrund der förderrechtlichen Bestimmungen kein für die Abtei tragfähiges Förder- und Finanzierungs-Konzept erstellt werden könnte. So wurde nun doch wieder eine „Sanierung im Bestand“ verfolgt.

Im Januar 2016 kamen wir gemeinsam mit Verantwortlichen des Staatlichen Hochbauamtes in Landshut zu der Überzeugung, dass trotz großer finanzieller Anstrengungen eine Sanierung nicht sinnvoll wäre und daher eigentlich nicht verantwortet werden kann. Als Lösungsmöglichkeit kristallisierte sich letztlich heraus, das Untergeschoß aufzugeben und hierfür einen „Ersatzneubau“ zu erstellen. Ein solcher Bau kann durch das Hochwasserförderprogramm gefördert werden.

Aktuell ist nun geplant, das Untergeschoß des Gymnasiums einer Art „Grundsanierung“ zu unterziehen, damit das Untergeschoß nicht als Ruine stehen bleibt. Einzelne Flächen können evtl. als Lagerräume etc. genutzt werden. Die Planungen für den Ersatzneubau laufen auf Hochtouren, in enger Abstimmung mit den Fachbehörden von Bezirksregierung und Ministerium. Derzeit ist ein aufgeständerter Neubau im Anschluss an die Turnhalle vorgesehen, in dem Duschen, Umkleiden, EDV, Klassen- und Methodenräume, ein „Lernatelier“, Räume für Schüler und Lehrer sowie die zentrale Betriebstechnik untergebracht werden. Zusätzlich soll der neue Physiktrakt um ein Geschoß aufgestockt werden, um unmittelbarer neben dem bestehenden Musiktrakt weitere erforderliche Musiksäle und Übungsräume zur Verfügung zu haben. Von der Straße her ist eine neue  attraktive Eingangs- und Pausenhalle geplant.

Es liegt also noch eine lange Wegstrecke und für die Schule damit eine gewisse Durststrecke vor uns. Aber die aktuellen Pläne sind sehr vielversprechend und lassen uns voll freudiger Erwartung in die Zukunft schauen!

Wir danken ganz herzlich der gesamten Schulfamilie, den Schülerinnen und Schülern, dem Lehrerkollegium mit der Schulleitung für ihre Geduld angesichts von Provisorien und Einschränkungen, allen Planern und allen Beamten bei der Regierung von Niederbayern, die sich mit großem Engagement für die Wiederherstellung unserer Schule einsetzen.

Ausführlicher Bericht zum Stand im Juni 2016

Zwischenbericht zu den Hochwasser-Sanierungsarbeiten im November 2014

Ein Jahr nach dem Hochwasser im Juni 2014

Rückblick: Hochwasser im Juni 2013

Die Ohe bei Niederalteich (5.6.)
Parkplatz am Gymnasium
Unser Gymnasium am 5.6.
Schlosserei, Malerwerkstatt und Konventtrakt
Schreinerei und Landwirtschaft
Hinter der Byzant. Kirche
Hinter der Klosterbibliothek
Vor der Gaststätte Klosterhof
Im Klostergarten am 6.6.
Das THW ...
... im Klosterkeller (4 Bilder aus BR-Rundschau vom 8.6.)
Die Hackschnitzelheizung unter Wasser
Trocknen der Teppiche aus der Klosterbibliothek
Im Keller des Gymnasiums stand das Wasser 1,80 m.
Probleme bereitete ...
... ausgetretene Hydraulikflüssigkeit (9.6.)
Wir sind sehr dankbar ...
... für so viel Hilfe!
Aufräumarbeiten im Ökumen. Institut
Ein Teil der Ökumen. Bibliothek ist verloren.

Ein herzliches Vergelt's Gott für Ihre Gebete und für alle eingegangenen kleinen und großen Spenden!
Ihre Solidarität gibt uns Mut für die bevorstehenden Aufgaben zur Bewältigung der Folgen des Hochwassers. Die Aufräum-, Trocknungs-, Planungs- und Instandsetzungsarbeiten werden noch lange andauern.

Für begleitendes Gebet und Spenden sind wir weiterhin dankbar.
LIGA-Bank Regensburg, BLZ 750 903 00, Konto 401 104 446
Sofern uns Ihre vollständige Anschrift vorliegt, schicken wir Ihnen gerne eine Zuwendungsbestätigung, sobald wir verwaltungstechnisch dazu kommen.

Filme und Berichte über das Hochwasser in unserer Mediengalerie


So war unsere Situation ...

... am 20.8.

Heute besuchte Landwirtschaftsminister Helmut Brunner unser Kloster und informierte sich über die entstanden Schäden in unserer Landwirtschaft. Wir bauen auf 130 Hektar Getreide, Soja und Sonnenblumen nach Öko-Landbau-Richtlinien an. Beim Weizen haben wir 100 Prozent Schaden (das entspricht einer sechsstelligen Summe), die Sonnenblumen haben sich überraschend gut entwickelt.
Im Keller des Klosters, im Gymnasium, der Kurswerkstatt und den anderen betroffenen Gebäuden laufen die vielfältigen Planungs- und Sanierungsarbeiten.
Im Gästehaus konnte punktgenau zu Beginn der großen KEG-Tagung am 31.7. der gläserne (Haupt-)Aufzug wieder in Betrieb genommen werden (er war schwer zu reparieren, da Motor und Hydraulik tagelang im Wasser standen). Für das "untergegangene" Kellerstüberl haben wir die St.-Hermani-Klause im 1. Stock des Prälatentrackts eingerichtet, so dass unsere Gäste nicht auf das gemütliche Beisammensein am Abend verzichten müssen. Somit sind Gastaufenthalte seit Anfang August wieder ohne jegliche Einschränkung möglich.


... am 3.7.

Unsere großen Kühlanlagen im Keller des Klostertraktes waren zwar voll Wasser gelaufen, haben aber keinen größeren Schaden genommen. Nach der anstehenden Desinfektion können wir sie bald wieder in Betrieb nehmen.
Ebenso ist die Hackschnitzelheizung weniger beschädigt, als befürchtet. Hier warten wir auf neue Motoren für die Pumpen.
Nicht so gut stellt sich die Lage im Untergeschoss unseres Gymnasiums und in der Kurswerkstatt dar. Beide müssen komplett und unerwartet kostenintensiv saniert werden.


... am 20.6.

Seit Sonntag sind die meisten Mitbrüder wieder im Haus und wir können nach und nach wieder in unserem geregelten klösterlichen Tageslauf leben.

Seit Montag läuft die Schule wieder, wobei wir die Stundentafel eines „normalen“ Gymnasiums umsetzen. Die speziellen Angebote unseres Ganztagskonzeptes können wir bis Ende des Schuljahres nicht mehr erfüllen. Die Schüler sind in Ausweichquartieren untergebracht, z. B. in den Speisesälen, in einem Raum des Tagungshauses St. Pirmin, in einem Raum der Gaststätte Klosterhof. Heute haben auch die verschobenen Kolloquiumsprüfungen für unsere Abiturienten in der Realschule in Schöllnach begonnen. Diesem Abiturjahrgang hat das Leben eine besondere „Reifeprüfung“ abverlangt: viele von ihnen waren und sind vom Hochwasser betroffen, viele haben bis zur Erschöpfung bei den Einsätzen der Hilfskräfte und der Freiwilligen mitgeholfen - große Hochachtung vor ihnen allen!

Unsere Küche ist wieder in eingeschränktem Maße funktionsfähig und versorgt unsere Gemeinschaft mit den Mahlzeiten. Die „evakuierten“ Lebensmittel, die wir retten konnten, wurden an einen Platz geräumt, wo sie für die nächsten Wochen bleiben können, bis wir unseren Keller wieder benutzen können. Die Kühl- und Gefrieranlage bedarf vor der Wiederinbetriebnahme zusätzlich noch einer gründlichen Überprüfung und Desinfektion. Überhaupt werden wir in den nächsten Tagen versuchen, all die vielen Dinge, die wir noch aus dem Klosterkeller retten konnten, so zu verstauen, daß sie für uns den Betrieb nicht zu sehr behindern.

Überall laufen Trockner und Ventilatoren. Die nächste Stromrechnung wird eine entsprechende Höhe erreichen …
Im Klosterkeller müssen wir noch einige völlig durchnäßte Isolierungen von den Wänden entfernen. Und vermutlich müssen wir in Schule und Kloster eine Desinfektion durchführen lassen, um der Schimmelbildung und damit gesundheitlichen Gefahren vorzubeugen.

In der Hackschnitzelheizung sind die Fachfirmen am Überprüfen, Reinigen, Reparieren, Ersetzen. Für einen Mitarbeiter, der eine Dienstwohnung von uns bewohnt, müssen wir die Warmwasserversorgung wieder in Gang bringen und dann für eine neue Heizung sorgen, wobei wir wohl von Öl auf Gas umstellen werden, wie sehr viele Haushalte in Niederaltaich.

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den verschiedensten Bereichen wie auch die Mitbrüder zeigen einen sehr großen Einsatz und viel Flexibilität. Beides ist absolut erforderlich.

Und viele Spenden und weitere Hilfsangebote gehen ein und zeigen uns, dass wir in dieser schwierigen Situation nicht alleine sind. Wir hoffen, dass alle Betroffenen diese positive Erfahrung machen dürfen!

... am 15.6.:

Der Klosterkeller (Wasserstand war ca. 1,30 m) ist leergepumpt und ausgeräumt. Nun beginnen die Trocknungsarbeiten. Wenn der Keller komplett getrocknet und neu gestrichen ist, geht es ans Wiedereinräumen und -einrichten sowie an die Neubeschaffung kaputter Maschinen etc.
Die Stromversorgung für den Klosterbereich ist wieder hergestellt. Die evakuierten Mitbrüder kehren zurück. Ab Montag hoffen wir, wieder einen geregelten klösterlichen Tagesablauf leben zu können.

Im Gymnasium ist das gesamte Untergeschoss – das Wasser stand ca. 1,80 m hoch – komplett geräumt, Trockenbauwände sind abgebaut. Es laufen die ersten Bautrockner. Die Stromversorgung und das Netzwerk funktionieren wieder im Erdgeschoss und darüber.
Am Montag beginnt der Schulbetrieb in reduzierter Form und unter anderem in Ausweichräumen im Klosterbereich.
Das Untergeschoss muss vollständig saniert werden. Dazu bedarf es zunächst einer Kostenschätzung von Fachkräften. Dann muss die weitere Planung und Vorgehensweise eng mit den zuständigen Behörden abgesprochen und koordiniert werden, um die staatlichen Förderungen zu erhalten.

Von der Heizanlage läuft der Spitzenlast- und Redundanz-Ölkessel im Handbetrieb, so dass für alle unsere Gebäude und die weiteren angeschlossenen Liegenschaften die Warmwasserversorgung wieder gewährleistet ist. Am Montag kommen die Fachfirmen sowie der betreuende Ingenieur zur Überprüfung des Biomassekessels, damit dieser gereinigt, repariert und wieder in Betrieb genommen werden kann.

Unsere an die Firma Dictum vermietete Kurswerkstatt ist innen stark zerstört. Sie ist entkernt und es laufen die Trockner. Wenn das Gebäude ausgetrocknet ist, werden wir die weitere Planung angehen.

Weitere einzelne betroffene Räume des Klosters sind geräumt und werden getrocknet. Der Gebäudeschaden sowie der Instandsetzungsbedarf sind hier überschaubar, der Verlust z.B. an Büchern eher nicht.

Überall im Haus sind wir am Putzen und Räumen, wobei uns bei den groben Putz-Arbeiten zwei Fachfirmen kostenlos unterstützt haben.

Alle akut notwendigen Arbeiten sind dank des Einsatzes unserer Mitarbeiter und vieler Helfer so weit geschafft, dass wir derzeit keinen Bedarf an Arbeitskräften haben. Die meisten demnächst anfallenden Arbeiten müssen durch die entsprechenden Fachfirmen geleistet werden, teils aufgrund der Größe unserer Anlage, teils aufgrund behördlicher und verwaltungstechnischer Vorgaben.
Wenn diese großen Arbeiten abgeschlossen sind, werden wir wahrscheinlich wieder auf Hilfe angewiesen sein.

Insgesamt
können wir sagen, dass wir sicherlich einen sehr großen materiellen Schaden zu schultern haben, wozu wir alleine nicht in der Lage sein werden. Aber wir haben keinen Schaden an Leib und Leben zu vermelden, auch nicht im Dorf und in unserer Region, was Grund zu großer Dankbarkeit ist! Unsere Kirchen und damit wertvolles Kulturgut blieben vom Hochwasser verschont. Und es gibt viele, viele Menschen, die von der Flutkatastrophe weitaus schwerer betroffen sind als wir. Vielleicht finden wir die Möglichkeit, auch diesen zu helfen.

Als überwältigende positive Erfahrung werden uns die ungeheure Hilfsbereitschaft und der gigantische Einsatz der unzähligen freiwilligen Helfer und der Mitglieder der großen Hilfsorganisationen im Gedächtnis bleiben. Ohne deren Hilfe und Unterstützung wären wir in Kloster und Dorf noch sehr lange nicht so weit, wie wir es sind!
Ihnen allen gilt unser großes "Vergelt's Gott"!
Und Dank sei Gott für seine Bewahrung!


... am 5.6.:

Wie die ganze Ortschaft wurde auch das Kloster am Dienstag, 4.6. bis 11 Uhr weitgehend evakuiert, nur Einzelne waren noch im Kloster.

Zwei Dämme, in Fischerdorf und Winzer, sind am 4.6. gegen 11 Uhr gebrochen. Das Wasser in Niederaltaich kam von dem Deichbruch in Winzer bzw. "von unten" (Grundwasser). Die Keller liefen voll Wasser; zum Teil hat es auch das Erdgeschoss erreicht - die Heizanlage, die Kurswerkstatt sowie das Untergeschoss der Schule wurden geflutet.

Die Lage war sehr kritisch, weil die Deiche völlig durchweicht waren und weitere Dammbrüche drohten.

Am 5. Juni standen unsere Kurswerkstatt, die Hackschnitzelheizung (unten) und unser Gymnasium (rechts) wie viele andere Gebäude in Niederalteich unter Wasser, Bild: DLR.
Das Wasser fließt langsam wieder ab (18.6.).