Hochwasser im Juni 2013

Die Ohe bei Niederalteich (5.6.)
Parkplatz am Gymnasium
Unser Gymnasium am 5.6.
Schlosserei, Malerwerkstatt und Konventtrakt
Schreinerei und Landwirtschaft
Hinter der Byzant. Kirche
Hinter der Klosterbibliothek
Vor der Gaststätte Klosterhof
Im Klostergarten am 6.6.
Das THW ...
bei der Arbeit ...
... im Klosterkeller (4 Bilder aus BR-Rundschau vom 8.6.)
Die Hackschnitzelheizung unter Wasser
Trocknen der Teppiche aus der Klosterbibliothek
Im Keller des Gymnasiums stand das Wasser 1,80 m.
Probleme bereitete ...
... ausgetretene Hydraulikflüssigkeit (9.6.)
Wir sind sehr dankbar ...
... für so viel Hilfe!
Aufräumarbeiten im Ökumen. Institut
Ein Teil der Ökumen. Bibliothek ist verloren.

Ein herzliches Vergelt's Gott für Ihre Gebete und für alle eingegangenen kleinen und großen Spenden!
Ihre Solidarität gibt uns Mut für die bevorstehenden Aufgaben zur Bewältigung der Folgen des Hochwassers. Die Aufräum-, Trocknungs-, Planungs- und Instandsetzungsarbeiten werden noch lange andauern.

Besonders große Schäden entstanden im Gymnasium – das Untergeschoss muss komplett saniert werden –, im Ökumenischen Institut, im Hackschnitzelheizwerk und in unserer Dictum-Kurswerkstatt. Die Höhe der Material- und Gebäudeschäden ist noch immer nicht absehbar.

Filme und Berichte über das Hochwasser in unserer Mediengalerie
oder direkt bei den Sendern:
> Nach dem Hochwasser normalisiert sich die Lage - ARD Morgenmagazin vom 2.7.
> Film über die Situation der Abtei vom 19.6. in stationen des BR.
> Beitrag über die Schäden im Untergeschoss unserers Gymnasiums von donau TV


Für begleitendes Gebet und Spenden sind wir weiterhin dankbar.
LIGA-Bank Regensburg, BLZ 750 903 00, Konto 401 104 446
Sofern uns Ihre vollständige Anschrift vorliegt, schicken wir Ihnen gerne eine Zuwendungsbestätigung, sobald wir verwaltungstechnisch dazu kommen.



Wir informieren Sie hier über unsere Situation ...

... am 20.8.

Heute besuchte Landwirtschaftsminister Helmut Brunner unser Kloster und informierte sich über die entstanden Schäden in unserer Landwirtschaft. Wir bauen auf 130 Hektar Getreide, Soja und Sonnenblumen nach Öko-Landbau-Richtlinien an. Beim Weizen haben wir 100 Prozent Schaden (das entspricht einer sechsstelligen Summe), die Sonnenblumen haben sich überraschend gut entwickelt.
Im Keller des Klosters, im Gymnasium, der Kurswerkstatt und den anderen betroffenen Gebäuden laufen die vielfältigen Planungs- und Sanierungsarbeiten.
Im Gästehaus konnte punktgenau zu Beginn der großen KEG-Tagung am 31.7. der gläserne (Haupt-)Aufzug wieder in Betrieb genommen werden (er war schwer zu reparieren, da Motor und Hydraulik tagelang im Wasser standen). Für das "untergegangene" Kellerstüberl haben wir die St.-Hermani-Klause im 1. Stock des Prälatentrackts eingerichtet, so dass unsere Gäste nicht auf das gemütliche Beisammensein am Abend verzichten müssen. Somit sind Gastaufenthalte seit Anfang August wieder ohne jegliche Einschränkung möglich.


... am 3.7.

Unsere großen Kühlanlagen im Keller des Klostertraktes waren zwar voll Wasser gelaufen, haben aber keinen größeren Schaden genommen. Nach der anstehenden Desinfektion können wir sie bald wieder in Betrieb nehmen.
Ebenso ist die Hackschnitzelheizung weniger beschädigt, als befürchtet. Hier warten wir auf neue Motoren für die Pumpen.
Nicht so gut stellt sich die Lage im Untergeschoss unseres Gymnasiums und in der Kurswerkstatt dar. Beide müssen komplett und unerwartet kostenintensiv saniert werden.


... am 20.6.

Seit Sonntag sind die meisten Mitbrüder wieder im Haus und wir können nach und nach wieder in unserem geregelten klösterlichen Tageslauf leben.

Seit Montag läuft die Schule wieder, wobei wir die Stundentafel eines „normalen“ Gymnasiums umsetzen. Die speziellen Angebote unseres Ganztagskonzeptes können wir bis Ende des Schuljahres nicht mehr erfüllen. Die Schüler sind in Ausweichquartieren untergebracht, z. B. in den Speisesälen, in einem Raum des Tagungshauses St. Pirmin, in einem Raum der Gaststätte Klosterhof. Heute haben auch die verschobenen Kolloquiumsprüfungen für unsere Abiturienten in der Realschule in Schöllnach begonnen. Diesem Abiturjahrgang hat das Leben eine besondere „Reifeprüfung“ abverlangt: viele von ihnen waren und sind vom Hochwasser betroffen, viele haben bis zur Erschöpfung bei den Einsätzen der Hilfskräfte und der Freiwilligen mitgeholfen - große Hochachtung vor ihnen allen!

Unsere Küche ist wieder in eingeschränktem Maße funktionsfähig und versorgt unsere Gemeinschaft mit den Mahlzeiten. Die „evakuierten“ Lebensmittel, die wir retten konnten, wurden an einen Platz geräumt, wo sie für die nächsten Wochen bleiben können, bis wir unseren Keller wieder benutzen können. Die Kühl- und Gefrieranlage bedarf vor der Wiederinbetriebnahme zusätzlich noch einer gründlichen Überprüfung und Desinfektion. Überhaupt werden wir in den nächsten Tagen versuchen, all die vielen Dinge, die wir noch aus dem Klosterkeller retten konnten, so zu verstauen, daß sie für uns den Betrieb nicht zu sehr behindern.

Überall laufen Trockner und Ventilatoren. Die nächste Stromrechnung wird eine entsprechende Höhe erreichen …
Im Klosterkeller müssen wir noch einige völlig durchnäßte Isolierungen von den Wänden entfernen. Und vermutlich müssen wir in Schule und Kloster eine Desinfektion durchführen lassen, um der Schimmelbildung und damit gesundheitlichen Gefahren vorzubeugen.

In der Hackschnitzelheizung sind die Fachfirmen am Überprüfen, Reinigen, Reparieren, Ersetzen. Für einen Mitarbeiter, der eine Dienstwohnung von uns bewohnt, müssen wir die Warmwasserversorgung wieder in Gang bringen und dann für eine neue Heizung sorgen, wobei wir wohl von Öl auf Gas umstellen werden, wie sehr viele Haushalte in Niederaltaich.

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den verschiedensten Bereichen wie auch die Mitbrüder zeigen einen sehr großen Einsatz und viel Flexibilität. Beides ist absolut erforderlich.

Und viele Spenden und weitere Hilfsangebote gehen ein und zeigen uns, dass wir in dieser schwierigen Situation nicht alleine sind. Wir hoffen, dass alle Betroffenen diese positive Erfahrung machen dürfen!

... am 15.6.:

Der Klosterkeller (Wasserstand war ca. 1,30 m) ist leergepumpt und ausgeräumt. Nun beginnen die Trocknungsarbeiten. Wenn der Keller komplett getrocknet und neu gestrichen ist, geht es ans Wiedereinräumen und -einrichten sowie an die Neubeschaffung kaputter Maschinen etc.
Die Stromversorgung für den Klosterbereich ist wieder hergestellt. Die evakuierten Mitbrüder kehren zurück. Ab Montag hoffen wir, wieder einen geregelten klösterlichen Tagesablauf leben zu können.

Im Gymnasium ist das gesamte Untergeschoss – das Wasser stand ca. 1,80 m hoch – komplett geräumt, Trockenbauwände sind abgebaut. Es laufen die ersten Bautrockner. Die Stromversorgung und das Netzwerk funktionieren wieder im Erdgeschoss und darüber.
Am Montag beginnt der Schulbetrieb in reduzierter Form und unter anderem in Ausweichräumen im Klosterbereich.
Das Untergeschoss muss vollständig saniert werden. Dazu bedarf es zunächst einer Kostenschätzung von Fachkräften. Dann muss die weitere Planung und Vorgehensweise eng mit den zuständigen Behörden abgesprochen und koordiniert werden, um die staatlichen Förderungen zu erhalten.

Von der Heizanlage läuft der Spitzenlast- und Redundanz-Ölkessel im Handbetrieb, so dass für alle unsere Gebäude und die weiteren angeschlossenen Liegenschaften die Warmwasserversorgung wieder gewährleistet ist. Am Montag kommen die Fachfirmen sowie der betreuende Ingenieur zur Überprüfung des Biomassekessels, damit dieser gereinigt, repariert und wieder in Betrieb genommen werden kann.

Unsere an die Firma Dictum vermietete Kurswerkstatt ist innen stark zerstört. Sie ist entkernt und es laufen die Trockner. Wenn das Gebäude ausgetrocknet ist, werden wir die weitere Planung angehen.

Weitere einzelne betroffene Räume des Klosters sind geräumt und werden getrocknet. Der Gebäudeschaden sowie der Instandsetzungsbedarf sind hier überschaubar, der Verlust z.B. an Büchern eher nicht.

Überall im Haus sind wir am Putzen und Räumen, wobei uns bei den groben Putz-Arbeiten zwei Fachfirmen kostenlos unterstützt haben.

Alle akut notwendigen Arbeiten sind dank des Einsatzes unserer Mitarbeiter und vieler Helfer so weit geschafft, dass wir derzeit keinen Bedarf an Arbeitskräften haben. Die meisten demnächst anfallenden Arbeiten müssen durch die entsprechenden Fachfirmen geleistet werden, teils aufgrund der Größe unserer Anlage, teils aufgrund behördlicher und verwaltungstechnischer Vorgaben.
Wenn diese großen Arbeiten abgeschlossen sind, werden wir wahrscheinlich wieder auf Hilfe angewiesen sein.

Insgesamt
können wir sagen, dass wir sicherlich einen sehr großen materiellen Schaden zu schultern haben, wozu wir alleine nicht in der Lage sein werden. Aber wir haben keinen Schaden an Leib und Leben zu vermelden, auch nicht im Dorf und in unserer Region, was Grund zu großer Dankbarkeit ist! Unsere Kirchen und damit wertvolles Kulturgut blieben vom Hochwasser verschont. Und es gibt viele, viele Menschen, die von der Flutkatastrophe weitaus schwerer betroffen sind als wir. Vielleicht finden wir die Möglichkeit, auch diesen zu helfen.

Als überwältigende positive Erfahrung werden uns die ungeheure Hilfsbereitschaft und der gigantische Einsatz der unzähligen freiwilligen Helfer und der Mitglieder der großen Hilfsorganisationen im Gedächtnis bleiben. Ohne deren Hilfe und Unterstützung wären wir in Kloster und Dorf noch sehr lange nicht so weit, wie wir es sind!
Ihnen allen gilt unser großes "Vergelt's Gott"!
Und Dank sei Gott für seine Bewahrung!


... am 5.6.:

Wie die ganze Ortschaft wurde auch das Kloster am Dienstag, 4.6. bis 11 Uhr weitgehend evakuiert, nur Einzelne waren noch im Kloster.

Zwei Dämme, in Fischerdorf und Winzer, sind am 4.6. gegen 11 Uhr gebrochen. Das Wasser in Niederaltaich kam von dem Deichbruch in Winzer bzw. "von unten" (Grundwasser). Die Keller liefen voll Wasser; zum Teil hat es auch das Erdgeschoss erreicht - die Heizanlage, die Kurswerkstatt sowie das Untergeschoss der Schule wurden geflutet.

Die Lage war sehr kritisch, weil die Deiche völlig durchweicht waren und weitere Dammbrüche drohten.

Am 5. Juni standen unsere Kurswerkstatt, die Hackschnitzelheizung (unten) und unser Gymnasium (rechts) wie viele andere Gebäude in Niederalteich unter Wasser, Bild: DLR.
Das Wasser fließt langsam wieder ab (18.6.).