Benediktineroblate - eine christliche Lebensform

Katholische Christen, die mitten in der Welt im Geist der Benediktsregel leben wollen, haben die Möglichkeit sich als Benediktiner-Oblate/Oblatin einem Kloster des Ordens anzuschließen. Als Grundvoraussetzung wird von den Oblaten erwartet, dass sie bereit sind, "in allen Dingen wahrhaft Gott zu suchen" (RB 58,7). Sie verlangen danach, hörende Menschen zu werden, um in den Geschehnissen des täglichen Lebens das einladende und einfordernde Wort Gottes vernehmen zu können.

Der Name Oblate stammt vom lateinischen "oblatus", d.h. der Hingegebene, der Aufgeopferte, der Dargebrachte, der An-Gott-Verschenkte. Schon in diesem Namen liegt also ein grundlegendes christliches Programm. Ein solcher Christ ist gerufen, seine Taufgelübde in der Nachfolge Christi bewusst zu leben, um so zur immer volleren Einheit mit Gott zu gelangen, auf dass ER ihm alles in allem werde.

Ihre geistige Heimat

Benediktiner-Oblaten/Oblatinnen gehen den Weg der Nachfolge in bewusster Bindung an ein bestimmtes Kloster und setzten ihrerseits in ihrem jeweiligen Lebensbereich die Sendung des Klosters in die Welt hinein fort. In einem offiziellen kirchlichen Akt bindet sich der Oblate/die Oblatin an die von ihnen gewählte Klostergemeinschaft, an deren Gebet und Auftrag sie in Zukunft teilhaben. Nach Maßgabe ihrer Lebensumstände vollziehen sie einen Teil des kirchlichen oder monastischen Stundengebetes mit. Das Kloster selbst bietet Einkehrtage, regelmäßige Kontakte durch Rundschreiben und geistliche Begleitung an und wird auch seinerseits durch die Verbundenheit mit seinen Oblaten auf vielfältige Weise beschenkt. 

Oblation ist eine persönliche Lebensentscheidung und bedeutet nicht nur die Aufnahme in einen Freundeskreis der Abtei. Die Verbundenheit mit dem Kloster und dessen Gottesdienst bilden Grundlage und Kraftquelle für den Einsatz der Oblaten in Familie, Beruf und Pfarrgemeinde.

Wer kann Benediktiner-Oblate werden?

Grundsätzlich besteht dieses Angebot für alle katholischen Christen, Männer und Frauen, Verheiratete und Ledige, Priester und Diakone.

Wie wird man Oblate/Oblatin?

Der Oblation geht ein Probejahr voraus. In diesem Jahr machen sich die Kandidaten mit der Regel des hl. Benedikt und mit der benediktinischen Spiritualität vertraut. Die Aufnahme als Kandidat erfolgt durch einen kurzen Ritus im Gottesdienst. Insbesondere wo es üblich ist, einen Oblatennamen anzunehmen, werden die Kandidaten sich intensiv mit ihrem Patron beschäftigen.

Nach Ablauf der Probezeit bringen sich die Oblaten in einer gottesdienstlichen Feier (nach Möglichkeit in einer Eucharistiefeier mit dem Konvent) Gott dar und versprechen, als Christen in der Welt "unter der Führung des Evangeliums" und im Geiste der Benediktsregel zu leben.

Regular-/Klaustraloblaten

Neben den in der Welt lebenden Oblaten gibt es auch solche, die mit den Mönchen/Nonnen im Kloster in der Klausur leben. Sie legen keine Profess, sondern die Oblation ab, was unterschiedliche rechtliche Auswirkungen nach sich zieht.

Rechtliche Stellung der Oblaten

Im Kirchenrecht der römisch-katholischen Kirche gibt es keine explizite Regelung für die Oblaten. Ihre Stellung ist analog den Dritten Orden (wie z.B. bei Franziskanern und Dominikanern) zu sehen. Rechtlich bleiben sie Angehörige ihrer Diözese und ihrer Pfarrei.