Die beiden Türme 105 (1/2014)

Inhaltsverzeichnis

„Preise den Herrn meine Seele!“
Schöpfungsspiritualität in Gebet und Schau
         (4 – 18)
von Abt Dr. Marianus Bieber OSB

Gott im Urlaub
Reisen als Chance (sich) auszuspannen ...
... nach Sinn, sich Selbst und Seelenfrieden
          (19 – 26)
von P. Johannes Hauck OSB

Traueransprache zur Beisetzung
von Frater Carl Borromäus Pohlmann OSB
          (27 – 29)
von Abt Dr. Marianus Bieber OSB  

Grußwort zur Fachtagung „Das Kloster und sein Umfeld.
Die Abtei Niederaltaich in ihrem Beziehungsgefüge vom 8. bis zum 18. Jahrhundert“
  (30 – 32)
von Dr. Stephan Deutinger

Nach einem Jahr ...
Zum Stand der Sanierungsarbeiten nach dem Hochwasser 
         (33 – 36)
von Frater Dr. Vinzenz Proß OSB    

Nachrichten aus der Abtei
von Allerheiligen 2013 bis Pfingsten 2014          (37 – 47)
von Frater Hieronymus Golovinskiy OSB

Unsere Oblatengemeinschaft          (48 – 49)
von Frater Pirmin Wolf OSB

Unsere Veranstaltungen 2014 / 2015          (50 – 58)

Unsere Eucharistiefeiern am Sonntag          (59)


Geleitwort

Liebe Freunde der Abtei,

im Winter verstarb der Senior unseres Hauses, Frater Carl Pohlmann OSB im 95. Jahr seines Lebens. Damit hat uns nun eine Generation verlassen, die aus einer anderen Zeit, aus dem Vorkriegs- und Kriegsdeutschland stammte, die unsere Generationen nur noch aus Schwarz-Weiß-Aufnahmen kennen. Dabei wird einem der schnelle Wandel unserer Zeit bewusst, sind es wirklich nur zwei bis drei Generationen, die uns von dieser Zeit trennen, ist es nicht ein ganz anderes Säkulum, wenn man einen Bildband aus jener Zeit betrachtet?

Klöster scheinen von ihrem Selbstverständnis veränderungsresistent, traditionsverhaftet zu sein, sie leben nach einer Regel, die vor 1500 Jahren verfasst wurde. Viele Menschen, die zu uns kommen, scheinen untergründige Sehnsüchte nach Stabilität zu haben und doch stimmt dies nur bedingt für Klöster heute. Anders als die jüdische Diaspora, die in fremder Umwelt die eigene Identität durch Regeneration aus den eigenen Reihen zu bewahren sucht, sind Klöster auf Nachwuchs von außen angewiesen. Dies bleibt in Zeiten einer religiös sozialisierten Bevölkerung relativ unproblematisch, in der postmodernen individualisierten Gesellschaft zeigt sich dies als große Herausforderung. Jeder Neueintritt ist anders, bringt andere Voraussetzungen und so neue Bedingungen in die Gemeinschaft mit. Dieser Prozess von Anpassung des Neueintretenden an die benediktinische Tradition und umgekehrt Veränderung des Kollektivs durch eine neue Individualität bleibt spannend, das Ergebnis reicht von Misserfolg über äußere Mixtur bis hin zu gelingender Symbiose.

Ich danke Ihnen allen, die Sie uns auf unserem Wege in die Zukunft mit Ihrem Gebet und Ihrer Unterstützung begleiten.

     Abt Marianus Bieber