Die beiden Türme 106 (2/2014)

Klosterarbeit von Fr. Markus

Inhaltsverzeichnis

Zum Ökumenischen Engagement der Abtei Niederaltaich –
vor und nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil
  (64-87)
von P. Johannes Hauck OSB

Winter oder Frühling in der Ökumene –
50 Jahre nach dem Zweiten Vatikanum.

Vortrag zum 50. Jahrestag der Veröffentlichung
des Ökumenismusdekrets in Passau
                     (88-101)
von Abt Dr. Marianus Bieber OSB

Besuch orthodoxer Klöster in Serbien im Juli 2014
  (102-115)
von Abt Dr. Marianus Bieber OSB, P. Basilius Welscher OSB, Carol Lupu

Predigt in der göttlichen Liturgie an Mariä Geburt,
dem 80. Geburtstag von Frater Markus Arnold OSB am 8. Sept. 2014  
(116-119)
von Abt Dr. Marianus Bieber OSB

OSB – Oh, sie bauen weiter …  
Zwischenbericht zum Stand der Hochwassersanierungsmaßnahmen  
(120-121)
von Prior Frater Dr. Vinzenz Proß OSB

Nachrichten aus der Abtei von Pfingsten bis Allerheiligen 2014
  (122-131)
von Frater David Kopp nov.OSB

Unsere Veranstaltungen – ausführliches Jahresprogramm 2015
(132-142)

Unsere Eucharistiefeiern am Sonntag
(143)


Geleitwort

Liebe Freunde der Abtei,

es ist wieder so weit – die guten Wünsche um Segen und Freude kommen wieder von überall her, und so wünsche ich Ihnen allen auch im Namen meiner Mitbrüder ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes Neues Jahr. Weihnachten, überhaupt das Fest der Wünsche, für Groß und Klein. Der Mensch das Wesen, das wünschen kann. Ob sich Engel etwas wünschen können – wir wissen es nicht. Im Paradies jedenfalls heißt es doch, sei man wunschlos glücklich. Der Mensch kennt wie das Tier das Begehren und oft so stark, dass ihn manche Psychologen und Philosophen darauf reduziert haben. Und doch kann der Mensch wünschen und Wünschen ist mehr als Begehren – würde es uns doch heftig aufstoßen, Weihnachten das Fest der Begierde zu nennen. Die Begierde ist meist nackt und phantasielos an dem Gegenstand orientiert, den sie haben will. Im Wünschen malt sich der Mensch eine Welt aus, eine bessere Welt, so wie es sein sollte, eine Traumwelt. Weihnachten – Wunschzeit, Traumzeit! Wo wir intensiv wünschen, da fangen wir an zu träumen.
Auch der Glauben hat etwas mit Wünschen zu tun. Und doch ist Glauben mehr als Wünschen. Der Wunsch, der Traum sind der Anfang des Glaubens, sie weisen uns den Weg, ohne Wünsche haben wir keine Ziele, keine Visionen, ohne Wünsche brechen wir nicht mehr auf. Der Mensch kann auf Erden eben nicht wunschlos glücklich sein, höchstens wunschlos unglücklich, wunschlos depressiv. Der Glaubensweg ist das aktive Fortgehen zum Ziel des Glaubens, nicht das Herumträumen, sondern das Gehen auf dem Weg der Verheißung. Aber er beginnt mit dem Wünschen, es beginnt mit Weihnachten – Anfang des Weges, Anfang des Evangeliums!
Ich wünsche Ihnen allen, dass Weihnachten der Anfang, aber noch nicht das Ende Ihres Weges sei, dass Ihr Weg als Christ weiter geht auf Ostern zu, zur Vollendung!

     Abt Marianus Bieber