Die beiden Türme 112 (2/2017)

Licht der Klosterpforte (in der Finsternis)

Inhaltsverzeichnis

Eucharistie als Opfer
Zu einer umstrittenen Vorstellung der Messfeier  
(77)
von Abt Dr. Marianus Bieber OSB

Wiederbelebung nach dem Versuch totaler Vernichtung –
100 Jahre Russische Revolution und die Kirchen  
(91)
von P. Johannes Hauck OSB

Papst Franziskus zum Reformationsgedenken bei einem Treffen mit einer ökumenischen Delegation aus Schottland am 26. Oktober 2017 im Vatikan   (119)

Nachrichten aus der Abtei von Mai bis Oktober 2017   (121)
von Frater David Kopp OSB

Unsere Veranstaltungen – ausführliches Programm 2018   (138)

Unsere Eucharistiefeiern am Sonntag  (147)


Geleitwort

Liebe Freunde der Abtei,

ich ich darf Sie alle, auch im Namen meiner Mitbrüder, zum kommenden Weihnachtsfest grüßen, Sie an Weihnachten erinnern. Erinnern? Kann denn heute jemand Weihnachten vergessen, Weihnachten ist seit Mitte November schon überall im Anmarsch, Schaufenster, Straßendekorationen und Weihnachtsmärkte werden allerorten aufgebaut. Weihnachten ist in unserer Gesellschaft allgegenwärtig. Damals in Israel war das anders – das Urweihnachtsfest hat kaum einer richtig mitbekommen, außer ein paar Hirten und drei Weisen aus dem Osten. Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf! – kommentiert dies ja auch das Johannesevangelium. Wie hätten sie dies zunächst auch? Der Gottessohn wird in der Dunkelheit der Nacht geboren und verschwindet dann gleich wieder nach Ägypten und dann für die nächsten 30 Jahre in die Verborgenheit von Nazareth. Erst danach beginnt das öffentliche Wirken Jesu, erst dann wird man auf ihn aufmerksam. Heute scheint es umgekehrt. Seine Geburt feiert fast die ganze Gesellschaft, doch dann verebbt die christliche Botschaft wieder auf der öffentlichen Bühne unserer Gesellschaft, den weiteren Weg Jesu und sein entscheidendes Sterben und Auferstehen findet dann wieder hinter den geschlossenen Kirchentüren statt, die Öffentlichkeit erlebt Ostern zunehmend als willkommene Ferienzeit.
Ich wünsche Ihnen allen ein gesegnetes Weihnachtsfest 2017 als den Anfang Ihres Weges mit Christus in das kommende Jahr hinein auf Ostern zu, einen Weg mit Christus durch das Jahr 2018 hindurch. Also doch eine kleine Erinnerung an Weihnachten, dass wir innerlich diese Geburt Christi begehen, und so seine Gegenwart, seine Nähe uns wieder neu bewusst wird, damit sich an uns auch der nächste Satz des Johannesprologs erfülle: Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden!

                          Abt Marianus Bieber