Die beiden Türme 115 (1/2019)

Das neue Refektorium
Sonnenuntergang im Sept. 2018

Inhaltsverzeichnis

Predigt beim Requiem für Altabt Emmanuel Jungclaussen OSB   (4)
von Bischof Dr. Stefan Oster SDB von Passau

Nachruf P. Nikolai Lochner OSB   (8)
von Prior Frater Dr. Vinzenz Proß OSB

Predigt beim Requiem für P. Dominikus Holzhauser OSB   (12)
von Abt Dr. Marianus Bieber OSB

Erinnerungen an das Seminar St. Godehard
Ende der 1950er- und in den 60er-Jahren  
(16)
von Gerhard Gilch

Niederalteicher Perspektiven aus der Sicht des St.-Gotthard-Gymnasiums
Blitzlichter auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft  
(27)
von Johann Lummer

Braucht’s noch einen Teufel – oder genügt auch hier der Mensch sich selbst? Mögliche Antworten auf die Theodizeefrage   (36)
von Abt Dr. Marianus Bieber OSB

Aus der Oblatengemeinschaft   (52)
von Frater Pirmin Wolf OSB

Nachrichten aus der Abtei von November 2018 bis März 2019   (54)
von Frater David Kopp OSB

Unsere Veranstaltungen – ausführliches Programm 2019/2020  (66)

Ökumenische Einkehrzeit 2019  (68)

Unsere Eucharistiefeiern am Sonntag  (75)


Geleitwort

Liebe Freunde der Abtei,

zum hl. Pfingstfest darf ich Sie alle herzlich grüßen. Wir Gläubigen leben heute alle im Zeichen von Pfingsten, in der Zeit des Heiligen Geistes. Christus ist nicht mehr so gegenwärtig wie in seinen Erdentagen, wir haben den Zugang zu ihm eben nur in seinem Geist. Doch unter Jesus kann man sich etwas vorstellen, unter dem Geist nicht, dennoch haben wir Jesus heute „nur“ im Geiste – hier liegt ein Grundproblem des Glaubens. Da gibt es zwar die Bilder vom Geist, die Taube, die auf Jesus bei der Taufe herabsteigt, die Feuerzungen, die auf die Apostel herunterkommen, doch sind es eben Bilder, Metaphern: der Geist „ist“ keine Taube, er „ist“ nicht einfach Feuer. Dennoch geben sie uns Hinweise.
Der Geist will nicht vorgestellt, gedacht werden, aber er will erfahren werden, er will be-geist-ern – wie ein Feuer, das in uns brennt, wie Weisheit (Taube), die in uns erkennt. Und erst mit diesem Geist kann ich dann das Evangelium deuten, die Bibel kann man gewissermaßen nur von hinten, vom Ende her verstehen: erst wenn Pfingsten an uns geschehen ist, können wir auch wirklich
Weihnachten feiern, erst wenn der Geist in uns wirkt, kann die Fleischwerdung des Wortes – die neue Schöpfung – tatsächlich anfangen zu bedeuten. Ich wünsche Ihnen allen, dass Sie immer mehr in dieses Geheimnis des Glaubens, den Geist, hineinwachsen!

                          Abt Marianus Bieber