Ökumenische Einkehrzeit vom 10. bis 17. August 2013

„Wanderer am Weltenrand“. Der Holzstich eines unbekannten Künstlers erschien erstmals 1888 in: L’atmosphère. Météorologie populaire von Camille Flammarion.

Pilgern, Wandern, Reisen – Unterwegs sein … wohin?

Der moderne Mensch ist ständig in Bewegung, er ist zum homo viator geworden. Die Ströme dieses Unterwegssein werden als modernes Nomadentum bezeichnet. Jedoch ist das permanente Hin- und Her-Fahren (qualitativ) etwas ganz anderes als das alte Ziehen der Hirten, wie es uns die Heilige Schrift etwa von den Vorvätern und Patriarchen schildert.

Auf dem Weg aus seiner Heimat in das von Gott verheißene Land wurde Abram zu Abraham, zum Vater vieler Völker (Gen 17). Das Volk Israel erfuhr die Nähe Gottes maßgeblich auf der 40-jährigen Wanderung durch die Wüste. Jesus Christus brachte den Menschen als Wandercharismatiker die Frohe Botschaft vom entgegenkommenden, liebenden Vater. Die Apostelgeschichte spricht vom Christentum schlicht als vom „Weg“ und vom „Weg des Heils“. Die urchristlichen Wanderpropheten und das Wandermönchtum setzten die Tradition des Herrn und der Apostel fort. Im Anklang an den Ersten Bund umschrieb das II. Vatikanische Konzil schließlich die Kirche als pilgerndes Gottesvolk.

Alle Religionen wissen um das spirituelle Potential des Unterwegsseins: In geistiger Hinsicht ist die Gottsuche ein innerer Weg. Aber auch die konkreten Formen des Pilgerns, des Wallfahrens sowie des Wanderns waren und sind heute wieder weit verbreitet. Die Begegnung mit der christlichen oder anderen Kulturen auf Reisen wird oft als Inspiration und Vertiefung der eigenen Sinnsuche erfahren. Der Jakobsweg ist in aller Munde, neue Pilgerwege entstehen, wie die via nova durch Niederalteich. Zu den Formen der kontemplativen Fortbewegung finden viele wieder einen Bezug, quer durch die Konfessionen. Der äußere Weg unterstützt das sich Aufmachen auf den inneren Weg, kann selbst zum Weg zu Gott werden.

Bei der Ökumenische Einkehrzeit werden zentrale Themen des Lebens und der Kirche mehr meditierend als diskutierend theologisch bedacht – im Rahmen liturgischer Feiern der römischen, der byzantinischen und der evangelisch-lutherischen Tradition.   

                                                                            > ausführliches Programm zum Ausdrucken (pdf)
Vorträge

ABT DR. MARIANUS BIEBER OSB, NIEDERALTAICH
Kontemplation in Bewegung.
Zur spirituellen Bedeutung des Wanderns in der deutschen Romantik

PFARRER MARTIN BRÄUER D.D.
KONFESSIONSKUNDLICHES INSTITUT DES EVANGELISCHEN BUNDES IN BENSHEIM
„Ein Tag der sagts dem andern, mein Leben sei ein Wandern“ –
evangelische Zugänge zum Wallfahrts- und Pilgerwesen

PROF. DR. HANNA-BARBARA GERL-FALKOVITZ, TU DRESDEN/HL. KREUZ BEI WIEN
Die Wege Josephs in die Gottesferne und Gottesnähe. 
Thomas Manns Meisterwerk „Joseph und seine Brüder“

FR. JOHANNES HAUCK OSB, NIEDERALTAICH
Erholung, Sinnsuche, paradiesische Sehnsüchte –
Erwartungen und geistliches Potential von Reisen

PROF. DR. LUDGER SCHWIENHORST-SCHÖNBERGER, WIEN
Abraham: Er zog weg, ohne zu wissen, wohin (Hebr. 11,8)


Seminare

FR. JOHANNES HAUCK OSB
Unterwegs ... wohin?
Mein(e) Ziel(e)im Rahmen christlicher Traditionen

FRATER AMBROSIUS OBERMEIER OSB
1. Pilgern im Christentum und im Islam
2. Geschichte(n) des Jakobswegs
3. Pilger(n) auf dem Jakobsweg

PATER BASILIUS WELSCHER OSB
1. Aktiv Pilgern Richtung Halbmeile
2. Aktiv Pilgern – Erfahrungen


Meditationen

mit P. BASILIUS WELSCHER OSB