Papst Franziskus über den Gottesdienst der Orthodoxen Kirchen

(de.radiovaticana.va 2.8.2013) „In den orthodoxen Kirchen ist diese schöne, ursprüngliche Liturgie erhalten geblieben; wir haben ein bisschen den Sinn für die Anbetung verloren. Sie haben ihn behalten, sie loben Gott und beten ihn an, sie singen, und die Zeit spielt keine Rolle. Mittelpunkt ist Gott, und das ist ein Reichtum … Ich habe einmal den Spruch gehört: Lux ex oriente, ex occidente luxus (aus dem Osten kommt das Licht, aus dem Westen der Luxus). Der Konsumismus, der Wohlstand, haben uns sehr geschadet. Ihr dagegen bewahrt diese Schönheit Gottes im Zentrum. Wenn man Dostojewskij liest, dann spürt man die russische, die östliche Seele. Das ist etwas, was uns sehr gut tun wird. Wir brauchen diese Erneuerung, diesen frischen Wind aus dem Osten, dieses Licht aus dem Osten … Manchmal lässt uns der Luxus des Westens den Horizont aus den Augen verlieren.“

Papst Franziskus auf die Bitte des russischen Reporters Alexey Bukalov um ein Wort zu den 1.025-Jahrfeiern der Christianisierung der Ruß bei der "fliegenden Pressekonferenz".



Koch: Katholiken können von Liturgie der Ostkirchen lernen

Würzburg (kath.net/KNA 8.8.2013) Nach den Worten des Schweizer Kurienkardinals Kurt Koch ist der christliche Glaube nirgendwo so sehr in seinem Element wie im Gottesdienst. Für die ökumenische Annäherung der christlichen Konfessionen spiele daher die Liturgie eine entscheidende Rolle, sagte der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen am Mittwoch in Würzburg. Dort findet bis 10. August ein Liturgie-Kongress statt. Der Kardinal riet den Katholiken, von den Kirchen des Ostens zu lernen. Dort werde die Liturgie nicht nur als Feier der Gemeinde, sondern auch als «kosmisches Geschehen» verstanden.

Wichtig für die Ökumene sei eine Rückbesinnung auf die ursprüngliche Gestalt der Liturgie, wie sie in den ersten christlichen Jahrhunderten gefeiert worden sei, sagte Koch. Dabei verwies er auf die Erneuerung des Gottesdienstes, zu der es im 20. Jahrhundert bei Katholiken und bei Protestanten gekommen sei. Durch die Rückbesinnung auf die christlichen Ursprünge seien hier viele liturgische Übereinstimmungen und Gemeinsamkeiten gewachsen.