Hymnus am Fest der Begegnung/Darstellung des Herrn

Schmücke dein Brautgemach, Zion,
und nimm den König auf, Christus.
Umarme Maria, die himmlische Pforte;
denn sie wurde als der Cherubische Thron eingesetzt,
sie trägt den König der Herrlichkeit.
Wolke des neuen Lichtes als Jungfrau
trägt sie im Fleisch den Sohn (der gezeugt) vor dem Morgenstern.
Simeon nimmt ihn in seine Arme und verkündet den Völkern:
Er ist der Herr über Leben und Tod und der Heiland der Welt.

Erstes Troparion der Aposticha in der Großen Vesper zum Fest der Begegnung unseres Herrn (2. Februar)
Antiphon zur Lichterprozession am römischen Fest der Darstellung des Herrn (2. Februar). In Rom wurde sie ursprünglich lateinisch und griechisch vorgetragen.

Der lateinische Text ist gegenüber der griechischen Fassung an einigen Stellen verändert. Im Griechischen heißt es: „trägt sie im Fleisch (im Lateinischen: in Händen) den Sohn ...“ Im lateinischen Text sind die Zeile „denn sie wurde als der Cherubische Thron eingesetzt“ – ein im Alten Testament (vgl. 1 Kön 8,6f.) auf die Bundeslade bezogenes Bild – und die Bezeichnung "Wolke" ausgelassen. Beide Bilder – die Gottesgebärerin als cherubischer Thron und in ihrer Jungfräulichkeit als Wolke des Lichtes – finden sich auch in den weihnachtlichen Texten des byzantinischen Stundengebetes.  Wenn die römische Liturgie sie weglässt, wird etwas deutlich von ihrer Nüchternheit und Vorsichtigkeit. Sie begnügt sich oft mit verhaltenen Andeutungen.


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