Kursangebote zum Thema Spiritualität

Heilsame Ein-Sichten – Ikonen als Fenster zum Himmel

Beginn: 07.11.2019
Ende: 10.11.2019
Ab: 17:00 Uhr
Bis: 13:00 Uhr
Leitung: Pater Johannes Hauck OSB

Ikonen, die sakralen Bilder der Ostkirche, faszinieren viele Menschen auch im Westen. Manche finden intuitiv einen Zugang zur Welt der Ikonen und schätzen sie als wichtigen Bestandteil ihrer Spiritualität. Anderen bleiben Ikonen fremd – vielleicht gerade wegen ihres „mystischen Charakters“. Im Vergleich zu westlicher Malerei werden sie bisweilen als starr empfunden, ungewohnt in Art und Perspektive und Sujet. Wer einen Zugang zur „anderen Welt-Sicht“ der Ikonen finden will, muss sich um ein vor-neuzeitliches Verständnis und einen „geistlichen Blick“ bemühen.

Nicht ohne Grund werden Ikonen als Fenster zum Himmel bezeichnet, als Wirklichkeit zwischen Diesseits und Jenseits (durchlässig nach beiden Seiten), als gemaltes Evangelium, Theologie in Bildern, geistige Offenbarung der Urbilder, Hymnen in Farbe, Ort gnadenhafter Anwesenheit der Heiligen. Als einziger erlaubter Bild-Typ (bzw. -konzept) sind Ikonen konstitutiv für die Ausstattung byzantinischer Kirchen – ja, für die Orthodoxie selbst!

Um ihre Rechtmäßigkeit und Verehrung, besonders der Christusikone, tobte im Byzantinischen Reich im 8./9. Jh. ein heftiger Streit. In dieser Zeit wurde der im Volk entstandene und v.a. im Mönchtum verwurzelte Bilderkult theologisch reflektiert und auf dem VII. Ökumenischen Konzil 787 in Nikaia dogmatisiert – eine Entwicklung, die der Westen in ihrer Tiefgründigkeit aus verschiedenen Gründen so nicht mitvollzogen hat.

Ikonen sind weit mehr als pädagogisch-didaktische Illustrationen der Heilsgeschichte. Sie repräsentieren die Heiligen und die Heilsgeschehnisse und ermöglichen eine ganzheitliche Beziehung zu ihnen im Rahmen des kirchlichen Kults. Dabei sprechen Bilder tiefe Schichten unserer Persönlichkeit an, anders als rational-argumentierende Traktate. Bilder können etwas vermitteln, was nicht verlustfrei in Text übersetzt werden kann. In der Begegnung durch Gebet, Verehrung, Kuss, schauendes Verweilen und Sich-ansehen-Lassen nehmen die Gläubigen die Kraft der Bilder in sich auf – sie kommunizieren – und lassen sich von Gottes Liebe und Friede prägen.

Daraus ergeben sich die Themenfelder des Seminars:

  •  Genese der christlichen Bilder(welt)
  •  Theologie der Ikonen (und ihre Entwicklung, Bilderstreit etc.)
  •  Umgang mit dem sog. alttestamentlichen Bilderverbot (Ex 20,4f; Dtn 5,8)
  •  Abgarlegende und Hl. Grabtuch von Turin
  •  Seelen-heilende Kraft des Christusbildes
  •  Verbindungen von Ikonen zur Heiligen Schrift und Tradition, zu Liturgie und Gebet
  •  Ikonen als Medium der Vergegenwärtigung und Tradierung
  •  Meditative Betrachtung ausgewählter Ikonen
  •  Symbolische Malweise
  •  Ikonenverehrung und Frömmigkeit in Kirche und Alltag
  •  Epochen und Stile der Ikonenmalerei (wenn Zeit bleibt)
  •  Und natürlich wird Raum sein für Fragen und Gespräch

 

Preise pro Person für Unterbringung, Tagungsgebühr und Vollpension von Donnerstag Abendessen bis Sonntag Mittagessen:

Einzelzimmer mit Nasszelle:  € 260,-    
Einzelzimmer mit Etagen-WC/Dusche:  € 224,-    
Doppelzimmer mit Nasszelle:  € 245,- €     
Doppelzimmer mit Etagen-WC/Dusche:  € 209,-

 

Mitfeier der Hochfeste im römischen oder im byzantinischen Ritus