Heilsame Ein-Sichten – Ikonen als Fenster zum Himmelreich

09.03.2027 17:00 - 14.03.2027 13:00

Ikonen, die sakralen Bilder der Ostkirche, faszinieren viele Menschen auch im Westen. Manche finden intuitiv einen Zugang zur Welt der Ikonen und schätzen sie als wichtige Elemente ihrer Spiritualität. Anderen bleiben Ikonen fremd – vielleicht gerade wegen ihres „mystischen Charakters“. Im Vergleich zu westlichen Entwicklungen der Malerei werden sie bisweilen als starr empfunden, ungewohnt in Art und Perspektive und Sujet. Wer einen Zugang zur „Welt-Sicht“ der Ikonen finden will, sollte sich um ein vor-neuzeitliches Verständnis und einen „geistlichen Blick“ bemühen. Nicht ohne Grund werden Ikonen als Fenster zum Himmel bezeichnet, als gemaltes Evangelium, Theologie in Bildern, geistige Offenbarung, Doxologie in Farbe, Ort gnadenhafter Anwesenheit der bzw. des Heiligen. Ikonen sind konstitutiv für die Ausstattung byzantinischer Kirchen – ja, gewissermaßen für die Orthodoxie selbst!

Um ihre Rechtmäßigkeit und Verehrung tobte im Byzantinischen Reich im 8./9. Jh. ein heftiger Streit. In dieser Zeit wurde der im Gefüge der Liturgie entstandene, vom Volk aufgenommene und v.a. im Mönchtum verwurzelte Bilderkult theologisch reflektiert und auf dem VII. Ökumenischen Konzil 787 in Nizäa dogmatisiert – eine Entwicklung, die der Westen aus verschiedenen Gründen so nicht mitvollzogen hat.

Ikonen sind weit mehr als pädagogisch-didaktische Illustrationen der Heilsgeschichte. Sie re-präsentieren die Heiligen und die Heilsgeschehnisse und ermöglichen eine ganzheitliche Beziehung zu ihnen im Rahmen des kirchlichen Kults. Dabei sprechen Bilder tiefe Schichten unserer Persönlichkeit an, anders als rational-argumentierende Texte. In der Begegnung durch Gebet, Verehrung, Kuss, schauendes Verweilen und Sich-ansehen-Lassen nehmen die Gläubigen die Kraft der Bilder in sich auf – sie kommunizieren – und lassen sich von Gottes Liebe und Friede prägen.

Die Fünfte Woche der Fastenzeit bietet zudem gottesdienstliche Höhepunkte wie der Großen Kanon des hl. Andreas von Kreta und den Akathistos-Hymnos, den wir somit in Dichtung, Gesang und Ikonographie-Zyklus betrachten können.

Daraus ergeben sich die Themenfelder des Seminars:

  • Genese der christlichen Bilder(welt)seit der Antike
  • Theologie der Ikonen (und ihre Entwicklung, Bilderstreit etc.)
  • Umgang mit dem sog. alttestamentlichen Bilderverbot (Ex 20,4f; Dtn 5,8)
  • Abgarlegende, Grabtuch von Turin und liturgische Paramente
  • Zur Seelen-heilende Kraft des Christusbildes und der Ikonen generell
  • Konnex von Ikone, Heiliger Schrift und Tradition, Liturgie und Gebet
  • Ikonen als Medium der Vergegenwärtigung und Tradierung
  • Ikonenverehrung und Frömmigkeit in Kirche und Alltag
  • Arten und Motive von Ikonen und ihre spezielle Malweise
  • Epochen und Stile der Ikonenmalerei
  • Meditative Betrachtung ausgewählter Ikonen
  • stets im Rahmen byz. Gottesdienste
  • Und natürlich wird Raum sein für Fragen und Austausch

 

Einzelzimmer mit Nasszelle: € 
Doppelzimmer mit Nasszelle: €

Preise pro Person für Unterbringung, Kursgebühr und Vollpension von Dienstagabend bis Sonntag Mittagessen.

Leitung:
P. Johannes Hauck OSB