2. Ikos des Hymnos Akathistos (3. Szene)
Einsicht dennoch in das Uneinsichtige zu haben, suchte nun die Jungfrau und rief daher dem Geistliturgen zu: Sag mir, wie soll ein Sohn aus meinem jungfräulichen Schoß geboren werden? Da antwortete jener ihr in Ehrfurcht und gebrauchte diese Worte:
Sei gegrüßt, du Eingeweihte in den unsagbaren Ratschluß,
Sei gegrüßt, du Glaube, der da schweigend betet,
Sei gegrüßt, du Vorspiel aller Wunder XCti,
Sei gegrüßt, du Hauptstück aller seiner Lehren,
Sei gegrüßt, du Himmelsleiter, auf der Gott herniederstieg,
Sei gegrüßt, du Brücke, die die Irdischen nach oben führt,
Sei gegrüßt, du von den Engeln vielgepries’nes Wunder,
Sei gegrüßt, von den Dämonen viel beweinte Wunde,
Sei gegrüßt, die unaussprechlich uns das Licht gebor’n,
Sei gegrüßt, die du das „Wie“ noch niemandem erklärt,
Sei gegrüßt, die du der Weisen Wissen übersteigst,
Sei gegrüßt, die du den Sinn der Gläubigen erhellst,
Sei gegrüß(e)t – o unvermählt Vermählte.
![Und Maria "ging in ihr Haus, stellte den Krug ab, nahm den Purpur, setzte sich (damit) auf ihren Stuhl und spann den Purpur [für den Tempelvorhang]. Und siehe, ein Engel des Herrn stand vor ihr und sprach: »Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast Gnade gefunden ...«" (ProtJak, 9; vgl. Lk 1,30f).
In dieser Szene – auch Festikone am Hochfest der Verkündigung Mariä (25. März) – sitzt die Tochter aus dem königlichen Geschlecht Davids und "Himmelskönigin" gleichsam auf einem Thron, in ihrer Linken die Spindel mit dem Purpur. 3-Niederaltaich_0897_m](/fileadmin/_processed_/1/c/csm_3-Niederaltaich_0897_m_5f3c9f349f.jpg)

